Informations-Architektur 

im SEO Teil 1

  • Text Hover

Vorwort

Ich beginne diesen Beitrag nicht mit der Wikipedia-Definition von „Informationsarchitektur“. Es geht um meine persönliche Einschätzung und Erfahrung als strategischer Berater in SEO-Projekten. Themen wie z.B. Usability und User Experience sowie der eigentliche Ursprung des Themas spielen insgesamt eine zentrale Rolle, deren Thematisierung würde hier jedoch jegliche Rahmen sprengen.  Die Kenntnisse über diese Themen werden deshalb außen vor gelassen bzw. vorausgesetzt. Dieser Blogartikel reißt einige sehr große Themen an und beansprucht deshalb keine direkt umsetzbare top-bottom-guideline zu sein. 

Intro

Ich vergleiche die Informationsarchitektur von Webseiten gerne mit dem Bau eines Gebäudes. Alle Beteiligten (Eigentümer, Statiker, Architekten, Bauunternehmen, etc.) arbeiten mehr oder weniger gemeinsam daran ein Gebäude zu errichten, welches allen gegebenen Anforderungen gerecht werden soll. Damit beim Bau nicht's schiefgeht, muss das Projekt vorab gründlich geplant werden. Es werden Preise verhandelt, Berechnungen durchgeführt und Pläne gezeichnet.
Für die solide Architektur einer Website ist eine ebenso präzise Planung erforderlich, wobei es hier hauptsächlich um die konzeptionelle Planung geht, die als Grundlage dienen wird.
Möglicherweise könnten sich einige Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen die Hälfte ihrer Wartungsarbeiten sparen, wenn sie ihr „Objekt“ auf ein solides Fundament gebaut hätten.
Bevor also Dinge wie Keywordmappings erstellt und Überschriften definiert werden, sollte man sich vorher folgende Fragen stellen:
  1. Welches Ziel verfolgt diese Website? Welches Ziel verfolgt mein Unternehmen?
  2. Welche Inhalte möchten wir auf der Website darstellen?
  3. Wer ist unsere Zielgruppe?
  4. Wie möchten wir unsere Inhalte aufbereiten?
  5. Wer wird für den Erfolg der Website verantwortlich sein?

Analog zu Digital 

Aus meiner Erfahrung der strategischen Beratung kann ich sagen, dass die analoge Unternehmensstruktur hier fundamental zwischen Erfolg und Misserfolg entscheidet. 
Beispiel: Ist das Management sich nicht einig, ob die Produktpalette XY eher zu Abteilung/Geschäftszweig A oder doch eher zu Abteilung/Geschäftszweig B gehört? Weiß die Geschäftsleitung nicht genau ob Team XY eher der Führungskraft A oder doch eher der Führungskraft B unterstellt ist? In solchen Fällen werden sich diese analogen Probleme mit auf den digitalen Prozess ausweiten.
Am Ende kämpft der SEO beispielsweise um ein Duplicate-Content-Problem, da die Produktpalette XY beiden Abteilungen zugesprochen wurde und sich nun hunderte URLs mit doppeltem Inhalt aufrufen lassen.
Möglicherweise scheitert hier der digitale Erfolg bevor das Projekt wirklich digital geworden ist.

Digitale Struktur

Haben Stakeholder und das Management ein (zumindest nahezu) identisches Bild vor Augen, beginnt die eigentliche Planung des digitalen „Objekts“ (um in der Analogie zu bleiben).
Diese Planung erfolgt in Form einer MindMap (oder sonstiger Art der Übersicht).
Das derzeitige Tool meiner Wahl heißt XMind und unterstützt beim Planen und Organisieren. Hier ein Beispiel-Auszug aus einer meiner Mindmaps

Seitenstruktur in einem Kunden-Projekt

Als strategischer SEO-Berater ist mein Ziel alle Anforderungen von allen Stakeholdern zu berücksichtigen und gleichzeitig eine Struktur zu schaffen, die es Suchmaschinen erleichtert zu verstehen wo welche Inhalte zu finden sind – Konsistenz ist hier das Schlüsselwort.

Navigation

Ein wesentlicher Teil der Informationsarchitektur ist die Navigation der Webseite. Sie verfügt über die wichtigsten internen Verlinkungen - sowohl für die Nutzer als auch für Suchmaschinen. Die Navigation sollte alle für den Nutzer verfügbaren Inhalte mit wenigen Klicks erreichbar machen und gleichzeitig mit Bedacht in Puncto SEO konzipiert werden. Mit ihr steht und fällt ein wichtiger SEO-Faktor - Die interne Linkstruktur.

URL-Struktur 

Der Hauptteil der URL-Struktur sollte bei der Konzeption bzw. beim Mindmapping mitbedacht werden. Beispielsweise macht es hier Sinn Produkte derselben „Art“ in eine gemeinsame Kategorie aufzunehmen. Des Weiteren ist es enorm wichtig hier bereits voraus zu sehen welche Aufgaben zukünftig auf das Team zukommen werden. Angenommen es handelt sich um einen Shop stellen wir uns folgende Fragen: 

  • Gibt es ein Sales-Bereich? Wie wird dieser Aufgebaut sein? 
  • Wird sich das Sortiment verändern/vergrößern? 
  • Können Produkte mehreren Kategorien zugehörig sein?

Gegebenenfalls macht es hier zum Beispiel Sinn die Produkte „hierarchisch flach“ ins System zu legen, das heißt sie haben in der URL keine Kategorie-Zugehörigkeit. Diese Entscheidung kann eine Menge zukünftiger Probleme verhindern.

Keywords / Themen

Das Fundament wird nun mit einem groben Keyword-Clustering abgeschlossen. Hier werden Fragen geklärt wie zum Beispiel „Produkte im Verzeichnis XY sollen in Zukunft auf die Kombination „<Keyword> + Produkt“ optimiert werden“. Ist genügend SEO-Erfahrung vorhanden, genügt eine grobe Abschätzung darüber welche Seitenbereiche auf welche Begriffe ranken werden.

Außerhalb des SEO-Teams wird hier beispielsweise oft davon ausgegangen, dass zwei Synonyme im Grunde zwei unterschiedliche Keywords sind und deshalb für beide Keywords eine eigene Seite/Landingpage gebaut werden muss.
Das muss nicht immer falsch sein, aber in der Regel ist der Rat eines SEOs an dieser Stelle von entscheidender Bedeutung.
Wird ein grober Keyword- und Themenfokus nicht jetzt direkt bei der Planung mit berücksichtigt, ist es später ein wahrer Kraftakt dies zu bewerkstelligen.

Schlusswort

Eine saubere Informationsarchitektur ist der oft fehlende Grundstein einer Website.

Häufig müssen Dinge im "daily business" umständlich, doppelt oder dreifach angefasst werden um ein Problem zu lösen. Dass die Umsetzung mancher Maßnahmen absolut Ineffizient gelöst wird, lässt sich im Nachhinein oft nicht mehr ändern. 

Wer sich mit dem Thema tiefer beschäftigen möchte, dem kann ich das Buch 
Information Architecture for the World Wide Web von Louis Rosenfeld und Peter Morville 
empfehlen.

Teil 2 greift tiefer in den Prozess ein und beschreibt Dinge wie horizontale Verlinkung. Stay tuned. 

Fragen?


Falls Sie Fragen haben kommen Sie gerne per Mail auf mich zu.